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Beschäftigung mit und für Hunde - warum weniger oft mehr ist....

Beschäftigung mit und für Hunde -  warum weniger oft mehr ist....
Kennen Sie auch Kinder, die einen Terminkalender wie ein Manager haben? Da geht es nach der Schule mehrmals die Woche zu verschiedenen Sportveranstaltungen, der Nachwuchs lernt ein Instrument und vielleicht gleich noch eine Fremdsprache etc.  Natürlich meinen die Eltern es gut,

wollen ihr Kind optimal auf das Leben vorbereiten und ihnen auf diesem Weg keine Chance vorenthalten. Ich denke dann manchmal an meine Kindheit zurück („ein Leben ohne Facebook – ich war dabei“) und finde es eigentlich ganz toll, dass ich, abgesehen von der Schule, ziemlich viel Zeit hatte, die ich selbst verplanen konnte. Manchmal hat es mit der Planung nicht so geklappt, keiner von den Freunden hatte Zeit und es gab tatsächlich so etwas wie Langeweile. Damals sicher blöd, rückblickend betrachtet aber gar nicht so schlecht, auch so etwas schon als Kind kennenzulernen und auch mal auszuhalten.

Mir begegnen oft Hunde, die fast genauso einen durchgetakteten Terminplan haben wie die eben beschriebenen Kinder. Das Gegenteil gibt es natürlich auch: Hunde, um die sich der Halter so überhaupt nicht kümmert (die Versorgung mit Futter ausgenommen). Der Mensch geht Vollzeit arbeiten (der Hund bleibt 9 Stunden allein), plant seine Freizeit auch nicht unbedingt mit dem Hund und gibt ihn während seiner Ferien in eine Hundepension. Das empfinde ich als Vernachlässigung sehr wichtiger Bedürfnisse eines hoch sozialen Lebewesens und es stellt sich mir die Frage, warum ein Mensch unter diesen Voraussetzungen überhaupt einen Hund aufgenommen hat.

Doch zurück zu den ständig beschäftigen Vierbeinern.  Wenn wir den Wolf als Vorfahren unserer Hunde betrachten, ist heute erwiesen, dass in einem freilebenden Wolfsrudel sehr viel Zeit mit Schlafen, Spielen und Fressen verbracht wird. Wenn ein großes Beutetier erlegt werden konnte, bleibt das Rudel oft mehrere Tage an diesem Ort und verbringt die Zeit mit den genannten Aktivitäten. Da werden dann keine riesigen Wanderungen unternommen, man bricht nicht auf, um andere Rudel zu bekämpfen und dann deren Revier zu besetzen oder ähnliches. Auch die heute noch wildlebenden Hunde am Rande der menschlichen Gesellschaft zeigen eher keine hektischen Aktivitäten, wenn es nicht die Nahrungssuche oder die Verteidigung des Nachwuchses, der Gruppe, des Reviers oder des Futters erfordert.

Hunde brauchen (unsere) Gesellschaft, sie wollen Mitglied einer sozialen Gruppe sein! Und sie wollen aktiv sein – gerade auch mit ihren Menschen. Viele (nicht alle) Hunde brauchen auch regelmäßigen Kontakt mit Artgenossen. Aber sie brauchen KEINE 5 Stunden gezieltes Training / Beschäftigung in der Woche und dann noch Joggen mit Frauchen, Fahrrad fahren mit Herrchen und Fußballspielen mit den Kindern, sowie am Wochenende dann noch ein Agility- oder Obedience-Turnier. Abhängig von Rasse und Persönlichkeit, drehen manche Hunde mit einem solchen Pensum irgendwann ziemlich am Rad, zeigen Unsicherheiten, Aggression oder allgemeine Unruhe, Konzentrationsschwäche, kommen auch im Haus nicht mehr zur Ruhe und sind für ihre Menschen im Alltag auf unterschiedlichste Weise einfach schwierig zu halten. Gerade, wenn es sich um „Arbeitstiere“ wie Hütehunde handelt, wird oft zu noch mehr Beschäftigung geraten, falls Probleme auftreten: „Dein Hund ist einfach nicht ausgelastet, deshalb ist er so unentspannt“.

Nach meiner Überzeugung ist hier oft das gegenteilige „Programm“ langfristig erfolgreich. Gerade rassebedingt sehr dynamische und arbeitswillige Hunde müssen eher lernen, mal nichts zu tun. Und gerade in der Welpen- und Junghundezeit werden in dieser Hinsicht die (auch neurologischen) Grundlagen gelegt. Nach Abgabe der Welpen in ihr neues zu Hause sollte „Ruhe halten“ ein ganz wichtiger Punkt sein. Ein Welpe muss nicht in den ersten Monaten ALLES kennenlernen, was es in unserer Gesellschaft gibt. Damit ist der kleine Hund oft stark überfordert und die Vielzahl von Eindrücken setzt ihn unter Stress. Auch stundenlanges unkontrolliertes Spiel mit Artgenossen hat nicht nur positive Effekte. Der junge Hund ist danach kurzfristig erschöpft, aber sein Erregungslevel ist sehr hoch und vielleicht lernt er auch ein zunehmend grobes Spiel, was nicht bei allen Artgenossen auf große Begeisterung stößt. Er lernt, dass er immer mit allen Hunden ungebremst toben darf und kann es nicht begreifen, wenn „mit einem Mal“ von ihm verlangt wird, dass er ruhig an anderen Hunden vorbeigehen soll. Ein Hund braucht ausgedehnte Ruhephasen, um das Erlebte zu verarbeiten – dass gilt sowohl für Training als auch für andere aufregende Erlebnisse und Aktivitäten. Hunde wollen mit uns aktiv sein, aber es ist genauso wichtig, dass sie einfach neben uns zur Ruhe kommen – das ist eine Trainingsaufgabe, die genauso wichtig ist und geübt werden sollte wie ein zuverlässiges SITZ oder das Gehen an lockerer Leine.

In diesem Sinne allen Mensch-Hund-Teams einen tollen und entspannten Frühling wünscht Susanne Gerlach mit Lucy, Joy und Abby (und Emma, die uns sicher ganz genau beobachtet)

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