Hundeschule Gerlach - Sie und Ihr Hund: ein Leben im Team.

Mein Hund ist doch auch nur ein Mensch...

Mein Hund ist doch auch nur ein Mensch...

Ist die Vermenschlichung von Hunden eine Gefahr für beide Seiten? Ich finde, dass ist (wieder mal) ein komplexes Thema und eine Frage, die nicht so einfach mit JA oder NEIN zu beantworten ist.

Klar ist, dass der Hund das älteste Haustier ist und sich kein anderes Haustier so eng an uns anschließt und sich so gut an die unterschiedlichsten Lebensumstände anpassen kann wie eben der Hund. Klar ist auch, dass der Hund ein sehr soziales Lebewesen ist und dass nach den aktuellen Erkenntnissen die Struktur eines freilebenden Wolfsrudels einem menschlichen Familienverband durchaus ähnlich ist.

Da wird der Nachwuchs gemeinsam versorgt und aufgezogen und es gibt eine Arbeitsteilung unter den Rudelmitgliedern.
Gerade weil Hunde so soziale Tiere und auf das Leben in einer sozialen Gruppe ausgerichtet sind, passen sie so gut zu uns.
Ich erlebe viele Szenen mit meinen Hunden und auch im Hundeschulbetrieb, in denen man förmlich die Comic-Sprechblasen über den Köpfen der Vierbeiner sehen kann – so deutlich glaubt man manchmal die Gedanken lesen zu können. Natürlich ist das dann reine Spekulation, aber es macht Spaß und ein Fünkchen Wahrheit ist sicher auch dabei.
Und so sind für viele Hundebesitzer ihre Vierbeiner auch wirkliche Familienmitglieder – bei mir ist es auch so!
Wenn gelegentlich etwas amüsiert oder auch pikiert gesagt wird „in diesem Haushalt ist der Hund das Kind der Familie“, finde ich diese Aussage ERSTMAL nicht verwerflich – solange dieses Fellkind denn genauso erzogen wird, wie man es sich von Kindern wünscht: mit Zuneigung und Respekt, aber auch mit Regeln und Grenzen, die eingehalten werden müssen, um das Zusammenleben in der Familie und mit Anderen rücksichtsvoll und harmonisch zu gestalten.
Vermenschlichung unserer Hunde empfinde ich dann als problematisch, wenn Hunde Rollen ausfüllen sollen, mit denen sie einfach überfordert sind. Wenn der Hund einerseits der beste Spielkamerad für die Kinder sein soll, sich mit jedem anderen Hund gut vertragen soll, Besucher der Familie ruhig aber freundlich empfangen soll, andererseits aber beim Spaziergang im Dunkeln aber verteidigungsbereit sein sollen. Auch ein Mensch ist mit dieser Vielfalt von Jobs überfordert – wie soll ein Hund diese extremen Erwartungen nur erfüllen?

Problematisch finde ich es ebenso, wenn der Hund nicht mehr Hund sein darf und seine eigenen Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden – ja manchmal die Bedürfnisse eines Hundes noch nicht einmal bekannt sind.

Ein Hund sollte die Möglichkeit zu regelmäßigem Kontakt zu Artgenossen haben. Nicht jeder Hund legt gesteigerter Wert auf viele dieser Kontakte, er sollte aber die Möglichkeit dazu haben.  Ein Hund sollte regelmäßig frei laufen dürfen – ein Leben an der kurzen Leine ist kein besonders gutes Hundeleben. Ein Hund sollte sich auch mal dreckig machen dürfen – für Hunde ist ständiges Baden und shampoonieren weder gesund noch im Regelfall angenehm. Hunde sollten ausgewogen und artgerecht ernährt werden und es sollte auf das Gewicht des Vierbeiners geachtet werden. Gesüßte Leckerchen, ausschließlich Wiener Würstchen als Futter oder einfach viel zu viel Futter, weil „er doch immer so hungrig aussieht“, sind einfach nicht hundegerecht und schaden unseren Vierbeiner wirklich. Ein Hund ist ein Lauftier – er ist nicht dafür gemacht, ständig durch die Gegend getragen zu werden. Und ein Hund ist kein Accessoire, dass passend zum Auto, zum Haus oder zum Wohngebiet ausgewählt werden sollte. Ein Hund sollte mit seinen Eigenschaften (auch rassebedingten Eigenschaften) in das Leben seiner Besitzer passen. Ich selber habe einen Hund übernommen, der bei seiner ersten Familie nicht baden durfte (weil sie dann immer so dreckig wird) und als Labrador immer geschoren wurde (weil sie sonst immer soviel Fell verliert). Das finde ich fast schon tierschutzrelevant. Labradore sind für ihre Liebe zum Wasser bekannt und wurden dafür gezüchtet, geschossene Vögel für den Jäger aus dem Wasser zu holen. Um diesen Job erledigen zu können, muss auch ein vernünftiges dichtes Fell vorhanden sein und damit ist auch das selbstverständlich. Wenn ich damit nicht leben kann, darf ich mir keinen Labrador ins Haus holen – alles andere ist unfair.

Sind Hunde die besseren Menschen? Sicher nicht, denn sie sind einfach keine Menschen! Aber sie sind sehr soziale Lebewesen, die für uns Menschen wunderbare Begleiter sein können, wenn wir sie mit ihren tollen Eigenschaften annehmen und ihnen helfen, sich in unserer menschlichen Welt gut zurecht zu finden.

Allen Mensch-Hund-Teams einen guten Start in den Sommer wünscht Susanne Gerlach mit Emma (für immer in meinem Herzen), Lucy und Joy

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